Als Gernot im September seinen 40. Geburtstag feierte, waren sich seine Arbeitskollegen einig: Socken, Gutscheine oder Wein? Viel zu langweilig.
Dieses Jahr musste etwas Besonderes her – etwas mit Fell, Charakter und Fluchtinstinkt.
So kam es, dass Gernot eine Tierpatenschaft geschenkt bekam. Bei der Wunschtierart gab es kein freies namenloses Tier. Aus dem Kreis der in Frage kommenden Tierarten wurde innerhalb der Arbeitskollegen diskutiert. Nach intensiver Besprechung fiel die Wahl auf die Tierart Großer Pampashase oder Mara. Eine Tierart, die in Argentinien beheimatet ist und zu den Meerschweinchen zählt, nicht zu Hasen wie man meinen könnte.
Diese Tierart bereichert erst seit Juli 2025 das ehemalige Areal der Berberaffen.
Die Pampashasen waren aus dem Weißen Zoo in Kernhof übersiedelt worden und bestehen aus einer kleinen, aber feinen Wohngemeinschaft: ein Männchen und drei Weibchen. Gernot sollte der stolze Pate des männlichen Pampashasen werden, der etwa 2 Jahre alt ist.
Nachdem sich die Tiere im neuen Areal eingelebt hatten konnte ein Termin der Namensgebungsfeier vereinbart werden. Am Sonntag, dem 7. Dezember 2025, dem zweiten Adventsonntag, wurde Gernot von seiner Partnerin und seinen Arbeitskollegen, die ja für dieses Ereignis verantwortlich waren, zur feierlichen Namensgebung in den Tierpark geladen. Das Wetter passte auch, viel besser als die Vorhersagen. Nur am Ende der Feier zeigten sich einige Regentropfen, die den einen der anderen zum Öffnen des Regenschirmes veranlasste.
Vor dem Eingang begrüßte Herbert Stoschek die Gruppe und stellte den Gästen einige markante geschichtliche Ereignisse des Tierparks vor.
Danach ging es weiter zur Anlage der Pampashasen, wo Cheftierpfleger Stefan Hammelmüller bereits wartete.
Und dann kam der große Moment:
Gernot durfte sein Patentier persönlich besuchen. Die Pampashasen reagierten begeistert. Also begeistert im Sinne von: Panik. Kaum betrat Gernot den Lebensraum, setzte eine koordinierte Fluchtbewegung ein. Die Hasen hielten Sicherheitsabstand, beobachteten ihn misstrauisch und erschraken bei jeder noch so kleinen Bewegung. Ein Schritt zu viel – zack – Pampashase weg. An Kuscheln oder Handfütterung war absolut nicht zu denken. Gernot durfte froh sein, dass niemand die Anlage mit ihm verlassen wollte.
Trotzdem war Gernot begeistert. Immerhin bekommt nicht jeder 40-Jährige das Erlebnis, von einem Pampashasen kollektiv ignoriert zu werden. Nun zur wichtigsten Frage: Wie soll der Pampashase heißen?
Die Arbeitskollegen hatten sich bereits festgelegt. Der Name lautete „Gersch“ – ein kraftvoller Name mit Bedeutung. Zusammengesetzt aus „ger“ (Speer) und „sch“ (schwingen, kämpfen). Ein Name also für einen Krieger… der bei Gefahr blitzschnell davonläuft. Passt perfekt.
Feierlich überreichte Cheftierpfleger Stefan Hammelmüller die Namensgebungsurkunde sowie die Jahrespatenschaftsurkunde an den stolzen Tierpaten Gernot Mayer aus Seitenstetten. Der Namensgeber und Tierpate ließ gemeinsam mit seinen Arbeitskollegen „Gersch“ hochleben, dies aber aus sicherer Entfernung zum Patentier.
Am Ende blieb ein unvergesslicher Tag, ein außergewöhnliches Geschenk und ein Pampashase namens Gersch, der zwar keine Nähe zulässt, aber dafür umso mehr Eindruck hinterlässt.
Und Gernot?
Der hat jetzt einen Pampashasen.
Oder besser gesagt: Der Pampashase hat Gernot.