Eulen

Die Gruppe der Eulen (Stringiformes) grenzt sich deutlich von den anderen Vogelgruppen ab. Sie sind in ihrem  Körperbau sehr einheitlich erkennbar (großer Kopf mit vorwärts gerichteten Augen, kurzer Hals und das sehr weiche Gefieder, Schnabel tief heruntergezogen, Oberschnabel hakig gebogen). Gefieder für die nächtliche Lebensweise geeignet. Der Fransenkamm am Außenrand der Schwungfedern ermöglicht einen lautlosen Flug. Eulen sind weltweit verbreitet.

Sinne:
Eulen sind weitsichtig. Mit ihren Augen vermögen sie sich bei geringer Helligkeit ausreichend zurechtzufinden. Sie sind sehr groß und unbeweglich – darum müssen sie ihren Kopf drehen beim Ändern der Blickrichtung. Ihr Gehör ist hervorragend entwickelt.

Uhu (Bubo bubo)

  • Aussehen:
    größte Eule der Welt, Gesamtlänge etwa 70 cm, Spannweite ca. 170 cm, Männchen (2 kg schwer) deutlich kleiner als Weibchen (3 kg schwer), große Augen mit orangeroter Regenbogenhaut.
  • Heimat:
    Nordafrika, Europa und Asien (außer der Norden und einige Inseln);
  • Lebensraum:
    Schluchten mit Steiwänden, Nischen und Höhlen; Waldungen, Bruchwäldern, Kiefernheiden, Steppen, Wüsten;
  • Verhalten:
    Er jagt meist in der Abend- und Morgendämmerung in offenem Gelände und an Gewässern vom Ansitz aus oder im niedrigen Pirschflug.
    Erwachsene Uhus sind Standvögel.
  • Nahrung:
    Säugetiere bis zur Größe von Hasen, Mäuse, Ratten, Eichhörnchen, Igel, Tauben, Krähen, Elstern, Teich- und Blesshühner, Frösche und Fische.
  • Vermehrung:
    Ende Jänner beginnt die Fortpflanzungszeit ab einem Alter von 2 – 3 Jahren. Das Weibchen legt 2 – 3 rundliche Eier, die etwa 35 Tage bebrütet werden. Mit 4 – 5 Wochen verlassen die Jungen das Nest und mit 9 Wochen sind sie flugfähig.

Uhus können ein recht hohes Alter errreichen (in Menschenobhut bis über 60 Jahre).

Schnee-Eule (Nyctea scandiaca)

  • Heimat:
    Norden der Alten und Neuen Welt.
  • Aussehen:
    fast so groß wie der Uhu; Gefieder weiß gefärbt und mehr oder weniger dunklen Querstreifen; Augen sind gelb; Beine und Zehen dicht weiß befiedert.
  • Lebensraum:
    offene Landschaften (Fjells, Tundren).
  • Nahrung:
    Wühlmäuse, Lemminge, Kleinsäuger bis Schneehasengröße, Vögel bis Hühnergröße.
  • Verhalten:
    Teilzieher, der bei Nahrungsknappheit weiter nach Süden zieht.´
    Tagaktive Vögel die von einer Warte aus als auch im Pirschflug jagen.
  • Vermehrung:
    Schnee-Eulen brüten in einer selbstgescharrten Mulde am Boden. Die Anzahl der Eier (bis zu 9 Stück) ist abhängig vom Nahrungsangebot.

Waldkauz (Strix aluco)

  • Aussehen:
    etwa 40 cm lang, 1 m Spannweite, 0,5 kg schwer, Weibchen meist größer und schwerer als Männchen; graues oder braunes Federkleid.
  • Lebensraum:
    Waldungen aller Art, Parkanlagen, felsiges Gelände; in Siedlungen  in Kirchtürmen und Dachböden größerer Gebäude.
  • Verhalten:
    Als Jahresvogel bleibt er meist in seinem Revier. Der Waldkauz jagt in der Dämmerung oder bei Nacht vom Ansitz aus oder im Flug.
    Einmal verpaarte Vögel leben meist in Dauerehe.
  • Nahrung:
    Kleinsäugern bis zur Größe von Ratten und  Vögeln bis Taubengröße; Frösche, Eidechsen, Fische, größere Insekten, Regenwürmer.
  • Vermehrung:
    Jungtiere sind meist schon mit 1. Jahr nach der Geburt geschlechtsreif. Die Fortpflanzungszeit beginnt in der 2. Winterhälfte. Als Brutplätze dienen große Baumhöhlen, Nischen in Gemäuern und auf Dachböden, Fuchs- und Dachsbaue, verlassene Nester großer Vögel, Hochsitze, Hohlräume unter Baumwurzeln. 3 – 5 Eier werden ungefähr 28 Tage bebrütet.

Der Waldkauz ist die am häufigsten vorkommende Eule in Europa. Der Gesang der Männchen (huuh-hu-huuuuuuuuuh) ist besonders in den Nächten des Spätwinters und Frühlings zu hören.

Waldohreule (Asio otus)

  • Lebensraum:
    Waldungen aller Art, Feldgehölze, offenes Gelände mit Bäumen oder Gebüsch.
  • Heimat:
    Eurasien, Nordafrika, Nordamerika.
  • Verhalten:
    Teilzieher: im Herbst wandern sie nach Süden.
    In den Wintermonaten sieht man sie versammelt am Tag an Bäumen sitzen.
    Waldohreulen sind nachtaktiv und jagen vom Ansitz aus als auch im Pirschflug.
  • Nahrung:
    Wühlmäuse, Feldmäuse, kleine Wirbeltiere und Insekten.
  • Vermehrung:
    Im Spätwinter beginnt die Balzzeit. Oft dienen verlassene Krähen- und Elsternnester auf Bäume und Hecken als Brutplätze. Meist werden 4 – 6 Eier gelegt und etwa 28 Tage bebrütet. Mit 3 – 4 verlassen sie das Nest, aber erst mit 5 Wochen sind sie flugfähig. Die Eltern versorgen sie noch weitere 5 Wochen.