Rinder (Bovinae)

Auerochse (Bos primigenius)

Der Auerochse gilt als das Urtier aller Hausrinder. Er war vom Atlantik bis zum Pazifik und von der Tundra im Norden bis nach Indien und Nordafrika verbreitet. Der Auerochse wurde an verschiedenen Orten, unabhängig voneinander domestiziert. Durch die Ausbreitung der Landwirtschaft verringerte sich ihr Bestand und der letzte Auerochse starb 1627.

1930 begann der Direktor des Berliner Zoos Lutz Heck den Versuch, den Ur (wie der Auerochse auch noch genannt wird) zu rekonstruieren. Dazu wurden verschiedene primitive Rinderrassen verwendet. Eine wirkliche Rückzüchtung konnte nicht erreicht werden. Es entstanden aber Tiere, die ein ungefähres Bild vom Aussehen des Auerochsen lieferten. Die ursprüngliche Größe von 180 cm konnte nicht erreicht werden. Auch treten immer Jungtiere auf, deren Aussehen abweicht. Es sind eben Haustiere. Die echten Auerochsen sind und bleiben ausgerottet.

Bison (Bison bison)

Bison © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Lebensraum: Grasebenen, Aspen-Park, Koniferenwälder
  • Verbreitung: Nordamerika
  • Nahrung: Gräser, Kräuter, Moose, Flechten
  • Lebenserwartung: in Zoos bis zu 30 Jahre, in freier Wildbahn halb so alt
  • Feinde: Mensch, Wolf
  • Verhalten: leben in Herden

Der Amerikanische Bison wird oft auch Indianerbüffel genannt und ist das größte Landtier Nordamerikas. Er gilt heute als das typische Prärierind und bevölkerte bis vor fast seiner vollständigen Ausrottung im 19. Jahrhundert auch Wälder. Heute werden Bisons vorwiegend in Parks und Schutzgebieten gehalten.

Dahome

  • Zwergrind © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Zwergrind © Tierpark Haag
  • Verbreitung: Goldküste in Westafrika

Dahomes sind die kleinste Rinderrasse der Welt. Charakteristisch für diese Zwergrinder sind ihr samtschwarzes Fell und eine blaue Zunge und bläuliche Mundschleimhaut. Vermutlich sind die Dahomes eine sehr alte Haustierrasse, welche sich durch schlechte Umweltverhältnisse verkleinert hat.

Vor über 100 Jahren kamen die ersten Dahomes von Zaire nach Antwerpen in den Zoo. Ihre Nachkommen wurden an andere Zoos weitergegeben. Inzwischen gibt es aber auch einige private Züchter und Halter in Mitteleuropa.

Nilgauantilopen (Boselaphus tragocamelus)

  • Nilgauantilope © Tierpark Haag
  • Nilgauantilope © Tierpark Haag by inter-color.at

Auf den ersten Blick scheint die Nilgauantilope wenig mit den Rindern gemein zu haben wegen ihres pferdeähnlichen Aussehens. Wissenschaftiche Analysen entdeckten strukturelle Ähnlichkeiten zu den Rindern.

  • Verbreitung: Indien, Ostpakistan, Nepal; in Südtexas eingeführt
  • Lebensraum: Wälder, Dschungelniederungen
  • Nahrung: Gräser, Kräuter, Laub
  • Fell: rau, stahlgrau; junge Bullen und Kühe gelbbraun
  • Lebensweise: in kleinen Rudeln

Nilgauantilopen haben eine Schulterhöhe von 1,4 m und sind ca. 2 m lang. Ihre Vorderbeine sind deutlich länger als die Hinterbeine. Die Weibchen tragen keine Hörner. Ihr Name "Nilgau" bedeutet "blaue Kuh" und spielt auf die blaugraue Farbe der Männchen an. Wie alle Antilopen ist sie ein schneller Läufer. Durch Überjagung hat sich ihr Bestand im 20. Jahrhundert stark reduziert.

Schottisches Hochlandrind (Bos primigenius f.taurus)

  • Schottisches Hochlandrind © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Schottisches Hochlandrind © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Heimat: Europa (Nordwesten Schottlands)
  • Lebensraum: Graslandschaften in Hochebenen
  • Lebensweise: kleine Herden
  • Ernährung: Gräser, Heu, Kräuter, Laub

Das kleinwüchsige und relativ leichte Hochlandrind gilt als friedfertig, genügsam und robust. Die Hörner sind geschlechtsspezifisch geformt. Beim Stier kräftige, waagrecht nach vorne gebogene Form, bei der Kuh sind die Hörner länger und weit ausladend nach vorne gebogen.

Die Tiere können bis zu 20 Jahre alt werden.

Yak (Bos mutus)

Yak © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Lebensraum: Hochgebirgstundra und Eiswüste
  • Verbreitung: tibetanisches Hochland, unbewohnte Gebirgsregionen in China in Höhen von 4000 – 6000 m
  • Fell: zottiges, raues Haar mit dichter weicher Unterwolle am ganzen Körper; Fell schwarzbraun, um die Schnauze weiß
  • Lebensweise: in Gruppen

Sie sind morgens und abends aktiv. In ihrem felsigen und schneebedeckten Lebensraum sind sie sehr gute Kletterer. Bei Schneestürmen rücken sie eng zusammen und drehen ihre Rückfront dem Wind zu. Ihren Wasserbedarf decken sie auch durch Schnee ab.

Yaks werden seit 3000 Jahren domestiziert. Da es sehr genügsam und unempfindlich ist, wird das Hausyak in weiten Teilen Asiens in höheren Lagen gehalten. Es dient als Last- und Reittier und liefert fette Milch und Wolle.

Über die Lebensweise der Wildyaks ist wenig bekannt. Sie sind Kulturflüchter und generell gefährdet.

  • Yak © Tierpark Haag
  • Yak © Tierpark Haag by inter-color.at