Böcke

Ziegen (Capra) und Schafe (Ovis)

  • Hausziege © Tierpark Haag by www.inter-color.at
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Die Gattungsgruppe der Böcke (Caprini) umfasst 5 Gattungen. 4 Gattungen sind in unserem Tierpark vertreten. Die Ziegen (Capra), Mähnenspringer (Ammotragus), Tahre (Hemitragus) und Schafe (Ovis).
Obwohl die Haustierformen der Schafe und Ziegen ähnlich sind, kann man sie gut auseinanderhalten. Bei den wildlebenden Arten und Gattungen ist das aufgrund der auffälligen äußeren Merkmale nicht immer möglich. Dazu müssen auch die Unterschiede im Knochenbau, Vorhandensein oder Fehlen von Hautdrüsen, Verhaltensweisen und vieles mehr beurteilt werden.
Die heutigen Wildschafe und Wildziegen sind vorwiegend Bewohner des Hochgebirges. Die Haltung dieser Gebirgstiere in Zoos ist relativ einfach. Wichtig sind die richtige Nahrung und genügend Bewegungsraum mit Klettermöglichkeiten.

Die Vertreter der Böcke im Tierpark Haag sind:

  • Ziegen (Capra)
  • Steinbock (Capra ibex)
  • Bezoarziege (Capra aegagrus)
  • Gämse (Rupicapra rupicapra)
  • Mähnenspringer (Ammotragus lervia)
  • Himalaja-Tahr (Hemitragus jemlahicus)
  • Schafe (Ovis)
  • Mufflon (Ovis ammon musimon)
  • Kamerunschaf (Ovis ammon f.aries "Kamerun")
  • Schwarzkopfschaf
  • Vierhornschaf
  • Zackelschaf

Alpensteinbock (Capra ibex ibex)

  • Alpensteinbock © Tierpark Haag by Illich-Edlinger Hans
  • Alpensteinbock © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Lebensraum: oberhalb der Baumgrenze bis 3500 m Höhe
  • Verbreitung: Mitteleuropa, Alpen
  • Lebensweise: in Herden, Altböcke als Einzeltiere
  • Feinde: Steinadler
  • Aussehen: Körperlänge bis 170 cm, Körperhöhe bis 105 cm, Gewicht bis 150 kg;
    braunes Fell; beide Geschlechter tragen einen Kinnbart und Hörner; die Hörner der Böcke sind nach hinten gebogen und können bis zu 80 cm lang sein. Die Hörner der Geißen sind bis zu 30 cm lang, schmal und nach hinten gekrümmt.

Früher galt der Steinbock als wandelnde Apotheke. Er wurde als Heilmittel gegen allerlei menschliche Gebrechen in der Volksmedizin eingesetzt. Sie vielen diesem Aberglauben zum Opfer. Im 19. Jahrhundert konnte ein Bestand von 100 Tieren in Italien geschützt werden. Von da aus versuchte man, die letzten Steinböcke in Zoos und Gehegen zu erhalten. Anfang des 20. Jahrunderts wurden die ersten Steinböcke wieder in freier Wildbahn in der Schweiz ausgesetzt. Es folgten, Österreich, Deutschland und Frankreich. Heute gilt diese Art wieder als gesichert. Das Alter eines männlichen Steinbocks kann man an den jährlich zuwachsenden Ringen an den Hörnern ablesen. Bei Steingeißen ist das nicht möglich. In Zoos können Steinböcke sehr alt werden.

Bezoarziegen (Capra aegagrus)

  • Bezoarziege © Tierpark Haag
  • Bezoarziege © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Verbreitung: früher Vorderasien und griechische Inseln, heute in vielen Gegenden ausgerottet
  • Lebensraum: Gebirge zwischen 1200 und 2200 Meter Höhe, in der Nähe von Wald oder Büschen
  • Aussehen: Körperlänge bis 160 cm, Körperhöhe bis 100 cm, Gewicht bis 40 kg; Hörner der Männchen bis 150 cm lang, seitlich stark zusammengedrückt, scharfe Hornvorderkante; Hörner der Weibchen bis 30 cm lang, dünn und nur wenig gekrümmt. Bart der Böcke dicht und lang, kein Hals- oder Brustbehang; Geißen haben keinen Bart

Die Bezoarziege ist für uns Menschen die wichtigste Wildziegenart (Stammform der Hausziegen). Sie wurde bereits im siebten Jahrtausend vor Christus (noch vor dem Rind) domestiziert.
Wo sie nicht geschützt ist, wird sie wegen ihrer Haut, der Hörner und ihrer Bezoare gejagt. Die Bezoare sind "Magensteine" (runde Kugeln aus Haaren, Harzen, Steinchen usw., die unverdaut im Magen liegen und mit der Zeit an ihrer Oberfläche steinhart und glatt werden). Der Volksglaube hält sie für eine Wundermedizin, die gegen viele verschiedene Gebrechen hilft. Auch der Steinbock wurde wegen seiner vermeintlich wunderwirkenden Bezoare gejagt.

Gämse (Rupicapra rupicapra)

  • Gämse © Tierpark Haag
  • Gämse © Tierpark Haag by Illich-Edlinger Hans
  • Gämse © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Gämse © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Verbreitung: Hochgebirge von Mittel- und Südeuropa bis zum Kaukasus;
    in Neuseeland eingebürgert
  • Lebensraum: Alpine Wälder und Wiesen, Mischwälder, felsiges Gelände;
    im über der Baumgrenze, im Winter in den Bergwäldern
  • Lebensweise: Geißen mit Kitze und Jungböcke in Rudeln getrennt
    Altböcke meist Einzelgänger
  • Nahrung: Gräser, Kräuter, Blätter, Knospen, Triebe
  • Aussehen: Kopf – Rumpf Länge bis 140 cm, weißer Fleck am Rumpf, weiße bis gelbliche Gesichtsstreifen, kurzer Kopf mit großen Augen,
    Haarkleid im Sommer kurz und braun, im Winter fast schwarz und langhaarig, kurzer Schwanz
    dünne, höchstens 30 cm lange Hörner, die am Ende hakenförmig nach hinten gekrümmt sind
  • Vermehrung: Brunftzeit im Spätherbst
    Tragzeit 160 – 170 Tage
    im Mai oder Juni meist 1 bis 2 Junge, die der Mutter bereits nach 1 – 2 Stunden folgen

Gämse sind ausgezeichnete Kletterer. Ihre Klauen und Afterklauen verhindern ein einsinken im Schnee und auf weichem Boden. Die weiche Sohlenfläche passt sich jeder Unebenheit im Gestein gut an und die einzelnen Gelenke der Läufe sind verstellbar. Somit ist es möglich, dass Gämse selbst in schlechtem Gelände tausend Höhenmeter in wenigen Minuten bergauf überwinden können. Mit ihren Hinterhauptdrüsen (Duftdrüsen am Hornansatz) markieren sie ihr Territorium.

Aus den verlängerten Grannenhaaren entlang der Rückenlinie wird der Gamsbart gemacht.

Himalaja-Tahr (Hemitragus jemlahicus)

  • Himalaja-Tahr
  • Junges Himalaja-Tahr © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Verbreitung: Himalaja
  • Nahrung: Gras, Flechten
  • Feinde: Schneeleopard
  • Lebensraum: Hochgebirge, Alpine Wiesen, Wald
  • Lebensweise: Tagaktiv

Der Tahr ist wie der Mähnenspringer eine mit Ziegen und Schafen gleichermaßen verwandte Gattung. Der wissenschaftliche Name Hemitragus bedeutet Halbziege. Die Tahre teilen sich in 4 Unterarten. Das Himalaja-Tahr ist nicht gefährdet.

Kamerunschaf (Ovis ammon f. aries ''Kamerun'')

  • Kamerunschaf © Tierpark Haag
  • Kamerunschaf © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Verbreitung: Afrika
  • Lebensraum: Wälder, Tundra
  • Lebensweise: Rudel
  • Nahrung: Kräuter, Gräser, Blätter, Knospen, Triebe

Die Stammform dieser Tierart ist das Wildschaf. Kamerunschafe sind äußerst anspruchslose und extensiv zu haltende Tiere. Das besondere an dieser Rasse ist, dass sie keine Wolle im eigentlichen Sinne haben, und somit auch keine Schur erforderlich ist. ''Haarschafe'' wie das Kamerunschaf findet man gegenwärtig hauptsächlich in tropischen Ländern und es gehört zu den tropischen Hausschafen. Sie sind vorwiegend Fleisch– und Milchlieferant.
Kamerunschafe werden auch in Europa immer beliebter, da sie nicht geschoren werden müssen.

Mähnenspringer (Ammotragus lervia)

  • Mähnenspringer © Tierpark Haag
  • Mähnenspringer © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Verbreitung: Nordafrika, Sahara
  • Lebensraum: felsige Wüstengebirge
  • Lebensweise: einzeln oder in kleinen Trupps;
    Sie ruhen tagsüber und sind Nachts aktiv. Nahrungssuche am Morgen und am Abend
  • Nahrung: Bergkräuter, Gräser, Flechten

Die Mähnenspringer sind ausgezeichnete Springer und Kletterer. Weitere Namen für den Mähnenspringer sind: Mähnenschaft, Berberschaf, Afrikanischer Tur, Aoudad. Der Mähnenspringer hat eher eine ziegenähnliche als schafähnliche Gestalt und es fehlen die Voraugen-, Weichen und Zwischenklauendrüsen. Das Serumeiweiß ist aber jenem der Schafe ähnlich.
Mähnenspringer können lange Zeit ohne Wasser auskommen. Sie leben dann nur vom Tau und den Säften der Pflanzen. Wenn sie eine Wasserstelle finden, trinken sie ausgiebig.

Mufflon (Ovis ammon musimon)

Mufflon © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Größe: bis 90 cm; Gewicht bis 50 kg;
  • Aussehen: das Winterkleid ist dunkler (kastanienbraun) mit meist deutlichem hellem Sattelfleck, als das Sommerkleid. Die weiblichen und jungen Tiere sind mehr grau, im Winter ebenfalls dunkler und ohne Sattelfleck.
    Böcke tragen ein Gehörn, das lebenslänglich wächst und bis zu 75 cm lang werden können. Schafe haben nur sehr kurze Hörner oder sind hornlos.
  • Verbreitung: in der Jungsteinzeit Mitteleuropa – heute die Inseln Korsika und Sardinien, Kleinasien. Im 19. Jahrhundert wurde es in Europa wieder eingebürgert.
  • Lebensraum: Kalte Lebensräume und Wüsten.
  • Nahrung: Pflanzen (auch giftige wie Wolfsmilch, Tollkirsche), Kräuter, Gräser, Knospen, Triebe.
  • Verhalten: Sie sind standorttreu und dämmerungsaktiv (in ungestörter Umgebung auch tagaktiv).
  • Vermehrung: Mit 1,5 Jahren geschlechtsreif aber erst mit 3,5 Jahren kommt es zur Paarung. Paarungszeit beginnt im Oktober und dauert bis Dezember. Kurz vor der Setzzeit schlagen die Schafe ihre vorjährigen Lämmer ab und setzen meist 1 Lämmchen, dass etwa 2 Kilo wiegt.
  • Alter: bis 15 Jahre.
  • Besonderheiten: Gesichtssinn (Seh- und Erkennungsvermögen)besonders gut ausgeprägt.

Das europäische Mufflon wird auch noch europäisches Wildschaf oder Muffelwild genannt und ist die kleinste Wildschaf Unterart. Das korsische Muffelwild schält nicht, d.h. es schält keine Baumrinden ab um diese zu verzehren. Jäger kreuzten das Mufflon mit Zackelschafen um "bessere" Trophäen (Gehörn – Schnecken in der Jagdsprache) und ein höheres Wildbretgewicht zu erreichen. Aber die Hausschafmischlinge schälen die Rinde der Bäume und brachten das Muffelwild in Verruf.

Schwarzkopfschaf (Südwestafrikanisches Fettschwanzschaf)

Schwarzkopfschafe © Tierpark Haag by inter-color.at

Ein Hausschaf, das vom Wildschaf abstammt und zur Rassengruppe der Haarschafe gehört. Sie haben ein kurzes Haarkleid und der Haarwechsel findet regelmäßig im Frühjahr und im Herbst statt. Sie sind Milch- und Fleischlieferanten.

Vierhornschaf oder Jakobschaf

  • Vierhornschaf © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Vierhornschaf © Tierpark Haag by inter-color.at
  • Heimat: vermutlich Arabien, heute in Großbritannien weit verbreitet
  • Lebensweise: gesellig in kleinen und größeren Rudeln, Herdentier
  • Nahrung: Pflanzenfresser, hauptsächlich Gras, Blätter, Baumrinden
  • Alter: bis zu 15 Jahre

Es handelt sich hier um eine uralte Rasse, die vermutlich aus dem heiligen Land stammt und bereits in der Bibel erwähnt wird. Später sind die Jakobschafe mit arabischen Eroberern über Nordafrika nach Spanien und England gekommen.
Das äußerst robuste und anspruchslose Vierhornschaf wird hauptsächlich zur Landschaftspflege wie auch zur Wollgewinnung gehalten.
Im Gegensatz zu manch anderen Schafarten tragen hier auch die weiblichen Tiere Hörner.

Zackelschaf

Zackelschafe © Tierpark Haag by Gerhard Gegenleitner
  • Heimat: Ungarn, Karpaten
  • Lebensweise: Herdentier
  • Nahrung: Pflanzenfresser

Ihr charakteristisches Aussehen verdanken sowohl die männlichen, als auch die weiblichen Tieren, den gerade abstehenden, korkenzieherartig gedrehten Hörnern, die bis zu einem halben Meter lang werden können.

Sie sind von mittlerer Größe und haben ein eher grobes und buschiges Fell. Zackelschafe sind sehr robust, widerstandsfähig, genügsam und gehören zu den geschützten Tierrassen.

  • Zackelschafe © Tierpark Haag
  • Zackelschafe © Tierpark Haag by inter-color.at
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