Singvögel

Singvögel (Passeri oder Oscines)

Singvögel sind eine Unterordnung der Sperlingsvögel. Der größte Singvogel ist der Kolkrabe mit einer Körperlänge von über 60 cm.

Charakteristik:

Körperbau:

  • spezialisiert auf das Fliegen und Singen.
  • Skelett ist sehr leicht, da der kräftige Schnabel und Knochen hohl sind und Teile der Luftsäcke enthalten = pneumatisierte Knochen.
  • Die eng am Körper anliegende Muskulatur ermöglicht, dass der Vogel das Gleichgewicht beim Fliegen gut halten kann.
  • Lunge mit Luftsäcken im Bauchraum und zwischen den Flugmuskeln ist sehr leistungsfähig. Die Luftsäcke kühlen den Körper, sind Luftreservoir, beeinflussen das spezifische Gewicht des Vogels und helfen beim Druckausgleich.
  • Beim Singen versetzt die ausgeatmete Luft die Membrane im unteren Kehlkopf in Schwingung. Das Männchen reckt seinen Hals, hohlt tief Luft und singt aus "voller Kehle".

Sinne:

  • Sehen:
    Die Augen sind seitlich angeordnet und können unabhängig voneinander bewegt werden. Sie unterscheiden Farben, aber im Dunkeln erkennen sie nichts.
  • Hören:
    Singvögel hören nicht nur sehr gut. Manche können schnelle Tonfolgen unterscheiden, im Gedächtnis speichern und wiedergeben.
  • Gleichgewicht:
    Das Gleichgewichtsorgan liegt im Innenohr und hilft das Gleichgewicht in der Luft oder auf dünnen Ästen zu halten.
  • Geruch und Geschmack:
    sind nicht sehr gut ausgeprägt. Tastkörperchen an den Schnabelrändern helfen bei der Entscheidung, ob eine Nahrung zum Verzehr geeignet ist.

Singvögel werden in über 80 Familien eingeteilt. Bekannte Vertreter sind Drossel, Kleiber, Lerche, Meise, Rabenvögel, Schwalben, Sperlinge und viele mehr.

Rabenvögel (Corvidae)

Rabenvögel gehören zu den Singvögeln.

  • Verhalten: sehr anpassungsfähig, Sozialverhalten weit entwickelt
  • Nahrung: Früchte, Getreide
  • Kulturfolger: zu sehen auf Feld und Flur, prägen die Stadtlandschaft
  • Lebensweise: monogam
  • Verbreitung: weltweit.

Heimische Rabenvögel:

Elster (pica pica):

  • Aussehen: klein, teilweise weiß gefärbtes Gefieder

Eichelhäher (garrulus glandarius)

  • Verbreitung: eher im Wald als in der Stadt
  • Greifvogelartiger Ruf untypisch für Raben
  • Aussehen: auffälliges Gefieder

Dohlen (Corvus monedula)

  • Aussehen: kleiner Rabenvogel (gedrungene Größe), helle, blaue Augenfarbe, grau bis hellgrau gefärbte Kopf und Nacken, Gefieder grau bis schwarz.
  • Verbreitung: von Nordwest-Afrika bis fast ganz Europa, Iran, Nordwest-Indien bis Sibirien.
  • Lebensraum: bewaldete Steppen, Wald- und Grasland, Kulturlandschaften, Ruinen, Schluchten, Küstenklippen, Dörfer und Städte.
  • Nahrung: Sie sucht ihr Essen am Boden: Insekten, wirbellose Tiere, Samen, Fallobst, Getreide, Eier, Jungvögel, Schnecken, Reste menschlicher Nahrung, gestrandete Fische.
  • Verhalten: sind sehr gesellig und leben als Paar zusammen in großen Schwärmen.
  • Fortpflanzung: Dohlen nisten in Hohlräumen von Bäumen, alten Gebäuden oder Klippen. Die meist 4 – 5 Eier werden etwa 18 Tage lang (April – Mai) ausgebrütet. Die Jungtiere sind nach einem Monat flügge. Bereits im Herbst suchen Sie einen Partner fürs Leben. Sie brüten aber erst im 3. Lebensjahr.
  • Interessantes: Ihr Ruf gleicht dem einer Möwe. Der Gesang ist zum Teil angeboren, zum Teil von der Umwelt übernommen. Der angeborene Teil ist wichtig zur Revierabgrenzung und bei der Partnerwahl. Manche Dohlen in Städten können sogar Klingeltöne von Handys singen.

Informationen über die Dohle, sowie ihren Gesang hören Sie beim Vogelstimmenweg in unserem Tierpark.

Kanarienvogel (Serinus canaria)

  • Aussehen: runder Kopf und kurzer Kegelschnabel; Gefiederfarbe meist gelb, aber auch weiß, rot, braun. Manche Züchtungen haben besondere Gefiederfrisuren.
  • Verhalten: tagaktive Tiere mit Aktivitäts-, Putz- und Ruhephasen. sehr gesellig, weshalb sie in Gruppen gehalten werden sollen. Sie kommunizieren über Rufe und Gesang.
    Sie haben eine ausgeprägte Körpersprache. Zum Beispiel das Wetzen mit dem Schnabel, sei es an einem Ast, am Federkleid oder am Schnabel eines anderen Vogels hat jeweils eine andere Bedeutung. Obwohl sie sehr friedliche und gesellige Vögel sind, streiten sie über Futter, Sitzplatz oder Nistmaterial. Schnabelgefechte und Verfolgungsjagden gibt es zur Paarungszeit.
  • Vermehrung:
    Brutzeit meist im Frühjahr. Das Männchen versucht singend im Balzflug dem Weibchen zu imponieren. Ist das Weibchen brutlustig, sucht es einen geeigneten Nistplatz. Nach der Paarung trennen sich die Vögel wieder. Das Weibchen baut das Nest, das Männchen singt während dessen und füttert das Weibchen. Sie legt 3 – 5 Eier und brütet dieses bis zu 14 Tage aus. Das Männchen versorgt sie weiterhin mit Nahrung. Nach dem Schlüpfen sorgen die Eltern gemeinsam für die Jungvögel. Nach 2 Wochen verlassen sie das Nest und nach 4 Wochen suchen sie selber ihr Futter. Mit 3 – 4 Monaten haben die Jungvögel die Jungmauser abgeschlossen und sind geschlechtsreif.

Der Kanarienvogel ist eine Unterart des Kanariengirlitz, der auf den Kanarischen Inseln, Azoren und Madeira beheimatet ist. Seit 500 Jahren hat der Mensch diesen Singvogel domestiziert. Sein Gesang hat ihn berühmt gemacht als "Sänger im gelben Federkleid".

Kolkrabe (Corvus corax)

  • Größe:
    • Körperlänge: bis 64 cm
    • Flügelspannweite: 120 cm
    • der größte aller Singvögel
  • Aussehen: einfarbig schwarzes Gefieder, glänzend metallisch, großer schwarzer Schnabel, keilförmiger Schwanz
  • Verbreitung: im Süden bis in den Iran und Nordindien sowie Mittelamerika. In Europa, Nordamerika und Nordchina große Verbreitungslücken durch Bejagung.
  • Lebensraum: Wälder, felsige Gebirgsgegenden, freies Gelände, Küsten
  • Laute: Ruf kling wie 'korrk' und 'krock'. Er kann artfremde Laute und die menschliche Sprache täuschend echt nachahmen.
  • Lebensweise: Standvogel, monogam, sehr scheu,
  • Interessantes: seine Gelehrigkeit wird in vielen Legenden und Geschichten erzählt