Gänse

Blässgans (Anser albifrons)

  • Gattung: Feldgänse
  • Verbreitung: im hohen Norden Asiens, Amerika und im Südwesten Grönlands
  • Merkmal: weiße Blesse um die Schnabelbasis
  • Ernährung: hauptsächlich Pflanzenteile

Die Blässgans ist etwas kleiner als eine Graugans. Ältere Blässgänse sind leicht an den unregelmäßigen schwarzen Streifen und Flecken auf der Unterseite zu erkennen. Auch die weiße Stirnblässe ist typisch und hat der Blässgans ihren Namen eingebracht.

Schwieriger ist es junge Blässgänse zu erkennen, denn diese haben noch keine weiße Blässe an der Stirn und ihre Unterseite weist keine schwarze Zeichnung auf. Junge Blässgänse sind aber fast nie ohne Altvögel anzutreffen, denn der Zusammenhalt der Familien ist bei Gänsen immer stark.

Blessgänse sind Zugvögel.

Graugans (Anser anser)

  • Gattung: Feldgänse
  • Heimat: Europa
  • Lebensraum: Seen und Flüssen, die von Schilf, Binsen oder Wald umgeben sind
  • Ernährung: rein pflanzlich, Blätter, Gras, Triebe und Wasserpflanzen

Es gibt nur zwei Arten von Graugänsen. Die "westliche" und die "östliche". Diese lassen sich anhand der Färbung des Schnabels erkennen. Die westliche Graugans hat einen gelblich orangefarbenen Schnabel und die östliche einen rosafarbenen Schnabel.

Nobelpreisträger Konrad Lorenz studierte das Sozialverhalten der Graugänse.

Hawaiigans (Branta sandvicensis)

  • Gattung: Meergänse
  • Heimat: Hawaii und Insel Maui
  • Lebensraum: gras- und buschbewachsene Berghänge zwischen den Vulkanen Mauna Loa und Mauna Kea mit kleinen flachen Tümpeln
  • Lebensweise: Standvogel (ist dem Wasserleben völlig entwöhnt)
  • Nahrung: frische Samen, Gräser und Blätter verschiedener Kräuter, im Herbst Beeren verschiedener Sträucher sowie Erdbeeren

Die Hawaii-Gans zählt zu den mittelgroßen Gänsen. Sie ist die einzige Gänseart mit zurückgebildeten Schwimmhäuten.

Die Hawaii-Gans ist beinahe ausgestorben und kommt nur noch mit wenigen Exemplaren

Kaisergans (Anser canagicus)

  • Gattung: Feldgänse
  • Verbreitung: Küsten von Alaska und Sibirien
  • Lebensraum: Tundra, Meernähe
  • Lebensweise: paarweise
  • Ernährung: Kleinlebewesen, wie Mollusken, Ringelwürmern und gelegentlich Gräser

Die Paare sind streitsüchtig und benötigen ein großes Brutrevier. Die Nester sind aus trockenen Pflanzenteilen gebaut. Mitte August begeben sich die Vögel in die Winterquartiere.

Die zierliche Kaisergans ist kaum in Zoos zu beobachten, da sie wegen ihres begrenzten Brutareals selten ist und in unseren Breiten nur schwer gezüchtet werden kann. Als Bewohner der nördlichen Regionen sind die Jungtiere sehr wärmeempfindlich.

Kanadagans (Branta canadensis)

  • Gattung: Meergänse
  • Verbreitung: Nordamerika, Grönland, Nordeuropa, Nordafrika
  • Lebensweise: lebenslange Paarbindung
  • Lebensraum: Felder und Grasland in der Nähe von Seen oder Sümpfen mit bewaldeten Uferbereichen
  • Ernährung: vegetarisch, junge Gräser, Kräuter, Wasserpflanzen; aber auch Mais, Getreidekörner oder Raps

Es gibt 12 Rassen der Kanadagans, die sich allerdings aus biologischer Sicht kaum voneinander unterscheiden. Lediglich die geographische Lage der Brutgebiete hatte die Herausbildung einiger spezieller Anpassungsformen (Größe und Farbe) zur Folge. Sie sind noch etwas größer als Graugänse.

Kanadagänse sind Zugvögel.

Rothalsgans (Branta ruficollis)

  • Gattung: Meergänse
  • Verbreitung: Mittel- u. Westsibirien, Überwinterung am Schwarzen Meer
  • Nahrung: Gräser, Kräuter, Mais, Jungvögel und Insekten
  • Lebensweise: zwei bis sechs Paare schließen sich zu einer Kolonie zusammen
  • Lebensraum: bewaldete Tundra

Als Zugvogel zieht die Rothalsgans zwischen ihrem Brutgebiet in der europäischen Arktis, insbesondere dem westlichen Sibirien und ihren Überwinterungsgebieten in Zentralasien, dem Südirak und in Südosteuropa umher.

Beide Geschlechter sind in Größe, Farbe und Zeichnung gleich. Besonderes Artenmerkmal sind die weißen Konturlinien, die als Trennung zwischen roten und schwarzen Farbfeldern über Kopf, Hals und Flanken verlaufen. Diese Gans ist mit einer Länge von nur 50 – 55 cm die kleinste, aber die farbenprächtigste aller Meergänse.

Höckerschwan (Cygnus olor)

  • Gattung: Schwäne
  • Heimat: Europa, Asien
  • Lebensraum: Gewässer aller Art, oft in direkter Nähe des Menschen
  • Lebensweise: führen wie alle Gänse eine Dauerehe
  • Ernährung: Grünteile, Samen, Wasserpflanzen, Gräser

Die Haltung und Zucht von Höckerschwänen war bis ins 19. Jahrhundert das Privileg von Kaisern und Königen. Dieser Schwan gilt als das Sinnbild eindrucksvoller Schönheit in der Vogelwelt. Der Höckerschwan ist der größte heimische Wasservogel (zirak 150 cm Länge und bis zu 15 kg schwer) und gehört zu den schwersten flugfähigen Vögeln.

Ihr Nest bauen sie am liebsten im hohen Schilf. Der Schwanenmann verteidigt heftig sein Brutgebiet gegen Eindringlinge. Schwäne bebrüten 35 Tage lang bis zu sieben graugrüne Eier. Dann schlüpfen die grauen Dunenjungen.Man sieht sie oft zwischen der Mutter an der Spitze und dem Vater am Ende der Gänsereihe umherschwimmen.

Höckerschwäne sind die häufigsten und am weitest verbreiteten Schwäne. Der Höckerschwan kann ein hohes Alter erreichen, 20 Jahre sind keine Seltenheit.

Trauerschwan (Cygnus atratus)

  • Gattung: Schwäne
  • Vorkommen: südliches Australien, Tasmanien, in Neuseeland Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführt
  • Lebensweise: sehr gesellig
  • Lebensraum: Küsten, Lagunen, Flussmündungen und an großen flachen Süß- und Brackwassersee mit auslaufenden Ufern
  • Ernährung: Wasserpflanzen, Mais– und Weizenkörner, bestimmte Algen

Der Trauerschwan wird auch Schwarzschwan genannt. Er ist kleiner als der Höckerschwan und am nächsten mit ihm verwandt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts kamen Trauerschwäne von Australien nach England. Heute werden sie fast in allen zoologischen Gärten und Parkanlagen gehalten. Der Trauerschwan ist schwarz mit weißen Schwingen. Er hat einen roten Schnabel mit weißer Querbinde an der Spitze und einen weißen ''Nagel''.

Der Trauerschwan ist der offizielle Vogel des australischen Bundesstaats „Western Australia“ und wird auch in der Staatsflagge dargestellt.